Der lise Blog:
Einsichten, Ansichten, Aussichten

11 Erkenntnisse aus zwei Wochen lise-Team im Home-Office

Das hier ist sicherlich nicht der erste Blog-Post zum Thema Home-Office – aber vielleicht sind für Euch ja spannende oder überraschende Erkenntnisse aus unserem Team dabei. Also let´s go:

 

1. Die Arbeit kann erledigt werden – weil jeder eigenverantwortlich arbeitet

Keiner fragt nach Arbeit, aber die Produktivität in Kundenprojekten steigt im Home-Office sogar an. Dies liegt vor allem daran, dass wir in den letzten Jahren weitgehend auf eine Trennung von Konzeption und Umsetzung verzichtet haben. Jeder kennt die Produktvision, an der er arbeitet und kann eigenverantwortlich das Richtige tun!

2. Das Zwischenmenschliche bleibt erhalten – weil wir uns kennen und vertrauen

Natürlich war die Skepsis groß, ob wir unseren lise-Spirit, der uns für viele Kollegen auszeichnet, ins Home-Office transportiert bekommen. Und ja, es klappt ganz hervorragend! Kann man deswegen zukünftig auf ein echtes Büro verzichten und alles Remote erledigen? Wir glauben nicht, denn das Fundament für funktionierende Remote-Arbeit haben wir in den vielen persönlichen Begegnungen gelegt: Und das heißt gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung.

3. Die Professionalität bleibt erhalten – weil jeder merkt, dass Home-Office nur mit viel Disziplin gelingt

Morgens ungeduscht und im Schlafanzug zum ersten Video-Call? Auf die Idee kam keiner (oder man konnte es nicht erkennen 😉). Alle geben sich größte Mühe, gut und professionell rüberzukommen und sind sehr pünktlich in Besprechungen (das klappt im Büro deutlich schlechter). Alle haben schnell erkannt, dass eine klare Trennung zwischen „Büro“ und „Freizeit“ hilft, seinen Tag zu strukturieren.

4. Der Spaß bleibt erhalten – weil der bei uns einfach zur Arbeit dazu gehört

In unseren TEAMS-Channels geht es natürlich nicht nur um Kundenprojekte, sondern dort wird auch einer unserer Werte hochgehalten: Spaß. Wir feiern unsere Jubiläen und Feste, Projekterfolge und treffen uns gezielt zum Video-Small-Talk. Und der ein oder andere Kollege, der im Büro eher still bleibt, mutiert in TEAMS zur Meme-Machine!

5. Achtsamkeit ist wichtig – weil Home-Office anstrengend ist

Wer den ganzen Tag von Video-Call zu Video-Call springt, merkt wie anstrengend das ist. In einem Präsenztermin kann man mal aufstehen und aktiv zum Whiteboard gehen oder Klebezettel aufhängen - und es gibt natürlich eingeplante Pausen zum Kaffeeholen und -wegbringen. Am Anfang haben wir das nicht gemacht und wir mussten lernen, diese Pausen auch im Online-Meeting einzuplanen, damit die Konzentration aufrecht erhalten bleibt.

6. Die Erreichbarkeit verbessert sich – weil jetzt jeder gleich weit entfernt ist

Den Kollegen vom anderen Büroflur um seine persönliche Meinung bitten? Das ist mit Aufstehen, Kaffeeholen, Treppenlaufen und unterwegs drei Mal Small-Talk halten verbunden – und dann ist er nicht mal an seinem Arbeitsplatz. Diese Situationen gibt es Online nicht: Anhand der Anwesenheitslampe sieht man, ob ein Kollege erreichbar ist und man spricht sich eher mit den fachlich passenden Kollegen ab, als mit demjenigen, der näher sitzt.

7. Mehr Fokus nötig – gerade, weil man so gut erreichbar ist

Von einem Call in den nächsten fließen – kann man so machen, aber am Ende des Arbeitstags macht sich Frustration breit, weil man „nichts geschafft“ hat. Also heißt es Termine mit Kollegen vereinbaren, aber auch Arbeitszeiten einplanen (in den Kalender eintragen!) und den Anwesenheitsstatus aktuell halten.

8. Die Familie gehört dazu – weil es eine Bereicherung ist

Jeder hat in den letzten Tagen unfreiwillig Kontakt zu den Partnern und Kindern der Kollegen geknüpft: Wenn der Nachwuchs eine Stärkung ins Home-Office bringt, Hilfe bei den Hausaufgaben braucht oder wenn etwas aus dem Arbeitszimmer geholt werden muss. Oder wenn der Hund nachfragt, ob man jetzt mit ihm Gassi geht. Das ist nicht peinlich oder unprofessionell, sondern ganz normal und in den allermeisten Fällen eine Bereicherung. Und warum sollte man nicht auch mit dem Partner über geschäftliche Fragen diskutieren? Häufig braucht man einfach nur kurz den Austausch zu einem Thema und externe Inspiration, um eine Lösung zu finden!

9. Flurfunk ermöglichen – weil man sonst nicht mehr über den Tellerrand sieht

Auch wenn es regelmäßige Video-Meetings mit der ganzen Firma gibt (bei uns der tägliche LOLLI um 13 Uhr), so werden in diesen offiziellen Kanälen werden vermeintlich unwichtige Flurfunk-Themen nicht behandelt. Diese würde man möglicherweise sonst beim Gang zur Kaffeemaschine mitbekommen: Was machen andere Projekte und was können wir voneinander lernen? Also braucht man zusätzliche Räume in denen „Off-Topic“ gechattet werden kann oder in denen ein offener Video-Call jederzeit zusätzlichen Austausch ermöglicht.

10. Für unsere Kunden bleibt Vieles wie gehabt – weil Remote-Arbeit bei uns Voraussetzung ist

Lange wurde in der IT-Beratung nach der Devise gehandelt: montags in den Rote-Augen-Flieger zum Kunden, Ende der Woche dann zurück und einmal im Jahr sieht man sich auf Mallorca. Uns war es dagegen schon immer wichtig, dass wir unser Team zusammenhalten und wir haben unseren Kunden die Remote-Arbeit „zugemutet“. Viele lukrative Projekte haben wir deswegen ausschlagen müssen und uns immer wieder gefragt, ob das der richtige Weg ist (gerade bei einem agilen Vorgehen!).

Jetzt kann man plötzlich nicht mehr zum Kunden fahren und dieses Geschäftsmodell hat sich vorübergehend ohnehin erledigt. Glücklicherweise können wir mit all unseren Kunden größtenteils wie gehabt weiterarbeiten.

11. Nach der Krise wird sich vieles für immer geändert haben – weil wir Neues gelernt haben

Wie lange die Krise anhalten wird und wie lange wir damit zwangsweise aus dem Home-Office arbeiten müssen, wissen wir aktuell noch nicht. Was man aber schon absehen kann: Danach werden wir vieles von dem, was wir jetzt gelernt haben, ganz natürlich in unsere tägliche Arbeit übernehmen. Viele Tools und Verhaltensmuster werden wir beibehalten und bei allen künftigen Entscheidungen wird die Frage gestellt werden müssen: Geht das auch remote und aus dem Home-Office?

Wir hoffen ihr kommt auch weiterhin gut durch die Krise, lernt viel neues dazu und vor allem: bleibt gesund!

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