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KI-Agenten erstellen: Praktischer Leitfaden für Unternehmen in 2026

Das Gesicht eines weißen Roboters schaut in die Kamera und hält ein Tablet vor der Brust.

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Lesedauer: 10 Minuten

KI-Agenten gehen einen Schritt weiter als GenAI und führen Aktionen selbst aus. Doch wie kannst du einen eigenen Agenten bauen?

Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert, dass autonome KI-Agenten bis 2028 mindestens 15 % aller täglichen Arbeitsentscheidungen treffen werden. Für dein Unternehmen bedeutet das: neue Chancen für mehr Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit.

Doch was solltest du beachten und wie kannst du sie gewinnbringend in deinem Unternehmen einsetzen? KI-Agenten arbeiten heute schon in Unternehmen, übernehmen Aufgaben, treffen Entscheidungen und lernen dazu. Aber wie baust du deinen ersten Agenten? Was braucht es wirklich, damit er produktiv läuft – und nicht nur als Demo funktioniert?

In diesem Leitfaden zeige ich dir den kompletten Weg: von der Use-Case-Identifikation über den richtigen Technologie-Stack bis zum laufenden System. Mit echten Praxisbeispielen, konkreten Metriken und einem Einblick, wie wir selbst bei der lise KI-Agenten im Alltag einsetzen.

Ich geben dir meine Erfahrungswerte mit auf dem Weg und zeige, Schritt für Schritt an echten Beispielen, wie du deinen Agenten dazu bringst, für dich zu arbeiten.

Die Key Takeaways des Beitrags

  • Vom Chatten zum Handeln: KI-Agenten gehen über reine Textgenerierung (GenAI) hinaus. Sie führen autonom Aufgaben aus und treffen sogar eigenständig Entscheidungen für dich.
  • Strukturiertes Deployment: Um KI-Agenten erfolgreich zu implementieren, folge am besten einem 5-Phasen-Modell (Use Case, Tech-Stack, Design, Testing, Monitoring). So schaffst du den Sprung vom Demo-Modus in den produktiven Betrieb.
  • Messbarer Business-Impact: Erhöhe deinen ROI (Amortisation oft in 6–12 Monaten) durch massive Effizienzsteigerung (bis zu 98 % Zeitersparnis bei Routineaufgaben) und 24/7-Skalierbarkeit.
  • Context Engineering als Kern: Die Qualität deiner Ergebnisse sicherst du durch eine spezifische Wissensbasis (RAG) und Kontext Engineering, nicht allein durch das Sprachmodell.
  • Governance & Sicherheit: Um Strategische Risiken wie Datenhoheit, Haftung, Halluzinationen und Energieverbrauch zu reduzieren, brauchst du klare Leitplanken („Guardrails“) und „Human-in-the-Loop“-Prozesse.

Was sind KI-Agenten?

KI-Agenten sind autonome Softwaresysteme, die auf Basis von Large Language Models (LLMs) eigenständig handeln. Anders als klassische Chatbots, die nur auf Anfragen reagieren, verfolgen sie aktiv Ziele und führen komplexe Aufgaben selbstständig aus.

Kernmerkmale:

  • Handeln ohne ständige menschliche Anweisungen
  • Analysieren Daten und Umgebung eigenständig
  • Nutzen APIs, MCP-Server und CLIs (Schnittstellen) um auf Unternehmenssysteme zuzugreifen
  • Lernen aus Feedback und verbessern sich kontinuierlich

Was ist der Unterschied zu einem normalen Chatbot?

Ein KI-Agent führt eigenständig Aktionen aus.

Ein Beispiel aus der Logistik: Während ein Chatbot nur eine Trackingnummer eines Pakets ausgibt, prüft ein KI-Agent den Lieferstatus, kontaktiert bei Verzögerungen den Logistikpartner und bietet dem Kunden proaktiv Lösungen, ohne menschliches Eingreifen.

Außerdem kannst du einen KI-Agenten mit einem spezifischen Kontext ausstatten. Zum Beispiel mit Unternehmenswissen, internen Prozessen oder Projektdaten. 

Dadurch gibt er nicht nur allgemeine Antworten wie ein normaler KI-Chatbot, sondern liefert präzisere, relevantere und praxisnahe Ergebnisse. Ohne, dass du der KI jedes Mal die Daten auf Neue liefern musst.

KI-Agenten erstellen: Der 5-Phasen-Ansatz

Phase 1: Use Cases identifizieren

Ideale Prozesse für KI-Agenten:

  • Hochvolumige, repetitive Aufgaben (>100 Vorgänge/Woche)
  • Klar definierte Prozesse mit dokumentierten Regeln
  • Messbare Erfolgsmetriken
  • Niedriges Risiko bei Fehlentscheidungen

Starte mit "Quick Wins" – hoher Impact, niedrige Komplexität.

Ein Beispiel aus unserem Team: Wir lassen uns aus einem User Journey Mapping oder einem Tech-Audit die Bug-Tickets generieren. Das realisieren wir mithilfe eines Claude-Skill-Agenten, dem wir vorab unsere Anforderungen an Tickets übermittelt haben. 

Das Ergebnis: Innerhalb von 20 Minuten hatten wir alle Tickets erstellt, bewertet und im Backlog sortiert.

Phase 2: Technologie-Stack auswählen

  1. No-Code (ChatGPT Custom GPTs, Relevance AI, Claude Skill): Schnelle Prototypen ohne IT, ideal für einfache Agenten.

    Beispiel: Ein Vertriebsteam erstellt einen Agenten, der eingehende Leads automatisch qualifiziert und kategorisiert, direkt aus dem CRM-Formular heraus.

  2. Low-Code (n8n, Make.com, Microsoft Copilot Studio, Claude Code): Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Leistung, gute Systemintegration.

    Beispiel: Ein Unternehmen baut mit einer Low Code-Anwendung einen internen IT-Helpdesk-Bot, der in MS Teams läuft und 60% der Standardanfragen selbst beantwortet.

  3. Code-First (LangGraph, LlamaIndex, crewAI): Maximale Kontrolle und Skalierung, erfordert Entwickler*innen-Ressourcen.

    Beispiel: Ein Entwicklungsteam baut einen Code-Review-Agenten. Das heißt, sobald ein Teammitglied Änderungen an einer Software einreicht (=Pull request), prüft der Agent die Anpassungen am Code automatisch auf mögliche Fehler, Sicherheitsrisiken und fehlende Qualitätschecks und gibt dazu strukturiertes Feedback.

Phase 3: Agent-Design

Einen KI-Agenten baut man, indem man ein Sprachmodell gezielt mit Wissen, Kontext, Tools und klaren Regeln kombiniert. Entscheidend ist dabei, worauf der Agent zugreifen darf, wie er Entscheidungen trifft und wie sicher und nachvollziehbar er im Betrieb arbeitet.

Ein leistungsfähiger Agent entsteht also aus dem Zusammenspiel mehrerer technischer Bausteine. Das klingt komplizierter als es ist! Unten erklären wir das noch einmal an einem einfachen Beispiel:

  • Prompt Engineering: System-Prompts definieren Aufgaben, Rolle und Einschränkungen des Agenten. Du sagst dem KI-Agenten, was er zu tun hat.
  • Wissensbasis (RAG): Unternehmensdokumente und strukturiertes Wissen für kontextrelevante Antworten, die du für den KI-Agenten hinterlegst.
  • Kontext Engineering: Das ist das nächste Level von RAG – ein strukturiertes Gedächtnis und gezielt geformter Kontext. Das heißt: der Agent weiß zu jedem Zeitpunkt, was er wissen soll. Ein KI-Agent kann den Kontext aktiv steuern. Er merkt sich wichtige Informationen über mehrere Gespräche hinweg, wählt je nach Situation den passenden Hintergrund aus und nutzt nicht immer einfach nur die letzte Frage. Dadurch reagiert er zielgerichteter, persönlicher und deutlich intelligenter.
  • Tool-Integration: APIs, Datenbanken und Systeme, auf die der Agent zugreifen, sich Daten ziehen und Interaktionen selbst ausführen kann.
  • Workflow-Orchestrierung: Das bedeutet, dass ein KI-Agent mehrere Aufgaben und Systeme sinnvoll miteinander verbindet, um komplexe Geschäftsprozesse als ein Ganzes zu steuern. Man kann es sich wie einen Ablaufplan vorstellen. Die Workflow-Orchestrierung regelt, in welcher Reihenfolge der Agent Aufgaben erledigt, wie verschiedene Systeme dabei zusammenarbeiten, wann der Agent selbst handelt und wann er an einen Menschen übergibt.
  • Guardrails: Sicherheitsmechanismen in KI-Systemen, zum Beispiel durch Content-Filter, Eingabe-Validierung und Fallback-Mechanismen für den Fehlerfall.
  • Monitoring & Logging: Nachvollziehbarkeit jeder Entscheidung, Fehler-Alerting und Performance-Tracking (Latenz, Kosten, Trefferquote), was der Unterschied zwischen einem Prototyp und einem betriebsfähigen Agenten ist.
  • Skills: Definierte, wiederverwendbare Fähigkeiten des Agenten, klar benannt und abgegrenzt. Skills bestimmen, was ein Agent konkret leisten kann und bei Multi-Agenten-Systemen, wer welche Aufgabe übernimmt. Beispiel: Ein Agent mit dem Skill "Bewerbung vorqualifizieren" weiß genau, nach welchen Kriterien er bewertet.

Ich arbeite täglich mit einem KI-Agenten, der als mein persönlicher Coach agiert – gebaut mit Claude, ohne eine Zeile Code. Das sind die Bausteine in der Praxis:

  • Rollen & Regeln definieren: Ich habe Claude erklärt, wie ich arbeite, was mir wichtig ist und wie ich Feedback haben möchte. Diese Beschreibung liegt dauerhaft hinterlegt in meinem persönlichen Notiz-Tool “Obsidian”. Claude kennt meinen Arbeitsstil, ohne dass ich ihn jedes Mal neu erklären muss.
  • Kontext Engineering: Alle relevanten Informationen – laufende Projekte, Entscheidungen, Prinzipien – liegen strukturiert in Obsidian. Claude liest sie nach vorab definierten Stichworten und weiß sofort, wo ich stehe, ohne dass ich Zusammenhänge neu erklären muss.
  • Skills: Für wiederkehrende Aufgaben gibt es definierte Rituale (z. B. das Morgenritual). Ich sage ein Stichwort und Claude weiß, welche Schritte folgen, welche Dateien relevant sind und was das Ziel ist.
  • Workflow-Orchestrierung: Mein Morgenritual folgt einem klaren Ablauf: Energie checken, Prioritäten setzen, Tagesplanung anlegen. Jeder Schritt hat seinen Platz, nichts wird vergessen. Wenn Information fehlen, fragt der Agent mich danach.
  • Wissensbasis: Entscheidungen, Projektstände und Gelerntes werden laufend dokumentiert. Claude zieht daraus den Kontext statt jedes Mal neu zu fragen.
  • Guardrails: Bei meinem KI-Agenten gibt es kein Schönreden. Wenn ich mich in Ideen verliere, benennt Claude das Muster direkt. Es kennt meinen Bias und zeigt mir meine blinden Flecken, bevor ich sie selbst bemerke. Auch habe ich dem Agenten die Anweisung gegeben, fair und diskriminierungsfrei zu kommunizieren. Zum Beispiel, dass er Frauen repräsentativ darstellt, keine stereotypischen Rollenbilder reproduziert und keine diskriminierenden Verzerrungen verstärkt.
  • Monitoring: Nach jedem Arbeitsblock schreibt Claude automatisch ein Kurzprotokoll. Dazu gibt es feste Aufräum- und Löschrituale: Veraltetes wird gezielt entfernt, damit der Kontext schlank und aktuell bleibt.

Der KI-Agent ist wie ein Sparrings-Partner für mich. Schritt für Schritt habe ich ihn mir aufgebaut und mit immer mehr Daten gefüttert. Durch die Kontextablage in Obsidian, bin ich auch Tool unabhängig und kann jederzeit eine andere KI davorsetzen. Die erarbeiteten Inhalte liegen auf meinem Rechner.

Neben dem Morgenritual kann der Coach-Agent selbstständig Follow-up-E-Mails versenden, Meetings vor- und nachbereiten, Aufgaben aus Gesprächen ableiten und meinen Kalender anpassen. So übernimmt er nicht nur Reflexion, sondern auch konkrete organisatorische Arbeit im Alltag.

Der KI-Agent unterstützt mich wie ein Coach bei meiner alltäglichen Arbeit, nimmt mir administrative Aufgaben ab und steigert meine Effizienz. 

Sabine Terwelp, Scrum Master bei der lise

Phase 4: Testing & Evaluation

Und natürlich darf es nicht an Messinstrumenten fehlen. Damit kannst du die Performance der KI-Agenten optimieren.

Wichtige Metriken – und was sie dir in der Praxis sagen:

  • Task Success Rate (% erfolgreich abgeschlossener Aufgaben) Beispiel: Mein Onboarding-Agent löst 78 % der Mitarbeiterfragen selbstständig, ohne menschliches Eingreifen. Ziel war 70 %.
  • Response Time (durchschnittliche Bearbeitungszeit) Beispiel: Eine Bewerbung wird in 8 Sekunden vorqualifiziert statt 15 Minuten manuell. Das entspricht einer Zeitersparnis von 98 %.
  • Escalation Rate (% an Menschen weitergeleitete Fälle) Beispiel: 22 % der Supportanfragen landen beim Menschen, meistens emotionale oder rechtlich heikle Situationen. Genau die, bei denen ich das auch so wollte.
  • Cost per Task (API-Kosten pro Vorgang) Beispiel: Jede automatische Zusammenfassung kostet mich 0,003 €. Bei 500 Zusammenfassungen im Monat: 1,50 € statt eines halben Arbeitstags.
  • User Satisfaction Beispiel: Nach jeder Interaktion eine einzige Frage: "War das hilfreich? 👍 / 👎". Nach 4 Wochen: 84 % positiv und ich weiß genau, welche Fälle schlecht liefen.

Tipp aus der Praxis: Starte nicht mit allen Metriken gleichzeitig. Wähle eine, die dir am meisten wehtut, wenn sie schlecht ist, und optimiere dort zuerst.

Phase 5: Deployment & Monitoring

Unsere Tipps für diese Phase: Klein starten, früh lernen, sicher skalieren.

Pilotgruppe: Nicht für alle auf einmal ausrollen. Starte mit 5–10 Personen. Beispiel: Ein HR-Agent läuft zuerst nur im Recruiting-Team. Nach 3 Wochen zeigt sich ein blinder Fleck bei Teilzeitanfragen: kleiner Schaden, großes Learning. Nach der Testphase kann der Agent in der gesamten Abteilung ausgerollt werden.

Monitoring: Ein einfaches tägliches Dashboard reicht: Wie viele Anfragen? Wie viele erfolgreich? Was hat der Agent missverstanden?

Eskalationspfade: Definiere vor dem Go-live drei konkrete Trigger, bei denen der Agent einen Menschen einschaltet. Beispiel: Sobald ein*e Kund*in "Beschwerde" oder "Anwalt" schreibt, übernimmt sofort ein Mensch.

Faustregel: Drei Eskalations-Trigger vor dem Start. Den Rest lernst du im Betrieb.

Der nächste Schritt: Multi-Agenten-Systeme

Statt einem Agenten, der alles können soll, arbeiten mehrere spezialisierte Agenten wie ein Team zusammen, koordiniert von einem Orchestrator.

Beispiel: Im Recruiting übernimmt Agent 1 das Screening, Agent 2 die Recherche, Agent 3 die Kommunikation. Was früher Stunden dauerte, läuft in Minuten und ein Mensch greift dann ein, wenn es wirklich nötig ist.

Aber Achtung: Multi-Agenten-Systeme sind kein Einstiegsprojekt. Sie brauchen Erfahrung im Agent-Design, ein solides Verständnis der Einzelkomponenten und klare Prozesse, bevor man sie automatisiert.

Wenn du die Vorteile von Multi-Agenten nutzen willst, unterstützen wir dich: Wir begleiten dich von der Prozessanalyse über die Agenten-Architektur bis zum laufenden System.

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KI-Agenten für Unternehmen: Die strategischen Vorteile

Die Zahlen sprechen für sich: Laut KPMG erkunden 51 % der befragten Unternehmen den Einsatz von KI-Agenten, 37 % pilotieren bereits. Wer noch zögert, verliert schnell den Anschluss. Aber was bringt der Einsatz konkret?

  • Effizienz: Agenten arbeiten 24/7 für dich und bearbeiten in Sekunden, was Menschen Stunden kostet. Zum Beispiel: Ein E-Mail-Agent kategorisiert und beantwortet hunderte Anfragen parallel.
  • Kostenreduktion: Durch Automatisierung repetitiver Aufgaben können Mitarbeitende sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren. ROI-Berechnungen zeigen typischerweise Amortisation innerhalb von 6-12 Monaten.
  • Skalierbarkeit: Im Gegensatz zu menschlichen Teams kannst du KI-Agenten ohne Rekrutierung oder Schulung beliebig skalieren und sofort für alle Standorte replizieren.
  • Konsistenz: Agenten folgen exakt definierten Prozessen, machen keine Flüchtigkeitsfehler und dokumentieren lückenlos. Dafür halluzieren sie allerdings gerne mal (die Lösung dazu weiter unten).
  • Innovation: KI-Agenten schaffen echte Wettbewerbsvorteile. Sie ermöglichen neue Services, schnellere Entscheidungen und eine deutlich höhere Innovationsgeschwindigkeit. Unternehmen können Prozesse neu denken, Produkte schneller entwickeln und Chancen früher nutzen als der Wettbewerb.

McKinsey zeigt in der Studie "Seizing the Agentic AI Advantage" drei konkrete Fälle im Bereich Finance und Markforschung, in denen sie den Impact von KI-Agenten gemessen haben.

  1. Die Agenten-Teams reduzieren mit menschlicher Aufsicht den Aufwand und die Zeit bei Modernisierungen von veralteter Software um über 50 %.
  2. Bei Kreditrisikobewertungen lag der Produktivitätsgewinn bei 20–60 %.
  3. In der Marktforschung steigerte der Einsatz eines Multi-Agenten-Systems die Produktivität um 60 % und erzielte Einsparungen in Höhe von mehr als 3 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Welche Branchen profitieren am meisten von KI-Agenten?

Kurze Antwort: überall dort, wo Prozesse voluminös, repetitiv und datengetrieben sind. Laut ISG-Report 2025 konzentrieren sich 70 % aller Anwendungsfälle von agentischer KI auf drei Bereiche: Finanzdienstleistungen & Versicherungen, Einzelhandel und Fertigung.

Doch die Studie stammt noch aus 2025. Seitdem hat sich wieder einiges getan. Das Potenzial reicht also weit über die Branchen hinaus. Hier sind ein paar Beispiele:

  • Finanzdienstleistungen: Kreditanalysen in Sekunden, Betrugserkennung in Echtzeit, vollautomatische Schadenbearbeitung und personalisierte Anlageberatung.
  • E-Commerce & Retail: Bestandsverwaltung, dynamische Preisoptimierung, personalisierte Empfehlungen, Kundenservice und Retourenabwicklung.
  • Gesundheitswesen: Terminplanung, Patientenkommunikation, Dokumentenverarbeitung und Vorab-Diagnosen durch Symptomanalyse.
  • Immobilien: Lead-Qualifizierung, Besichtigungstermine, personalisierte Exposés und Marktdatenanalyse für Preisempfehlungen.
  • HR & Recruiting: Candidate-Screening, Interview-Terminierung, Onboarding-Prozesse und komplettes Recruiting-Funnel-Management.
  • Logistik: Predictive Maintenance, Routenoptimierung in Echtzeit und automatisches Lagermanagement.

Der gemeinsame Nenner: Branchen mit hohem Volumen an strukturierten Prozessen, Kundenkommunikation oder datenbasierten Entscheidungen profitieren am stärksten.

Kritische Perspektive: Strategien entwickeln, um Risiken zu reduzieren

So viel Potenzial KI-Agenten auch bieten, ihr Einsatz bringt auch Herausforderungen mit sich. Gerade deshalb ist es wichtig, mögliche Risiken nicht nur zu kennen, sondern ihnen von Anfang an mit klaren Strategien zu begegnen.

1. Energieverbrauch

KI-Agenten sind energieintensiv. Eine ChatGPT-Anfrage verbraucht etwa 10-mal mehr Energie als eine Google-Suche. Bei 10.000 täglichen Agent-Interaktionen entsteht ein erheblicher CO₂-Fußabdruck, der ESG-Ziele untergraben kann.

Lösung: Kleinere, spezialisierte Modelle nutzen, Rechenzentren mit Ökostrom bevorzugen, echte Notwendigkeit prüfen: Kann das nur KI lösen oder vielleicht auch ein Stück Software?

2. Datenhoheit

Cloud-basierte APIs bedeuten: Sensible Daten fließen durch externe Systeme. DSGVO-Risiken, Vendor Lock-in und strategische Abhängigkeit von Drittanbietern sind reale Gefahren.

Lösung: Selbst gehostete Open-Source-Modelle für kritische Prozesse, strikte Datenseparierung, europäische Cloud-Anbieter bevorzugen und Expert*innen zu Rate ziehen.

3. Haftungsrisiken

"Halluzinationen" – falsche, aber plausible Informationen – sind ein inhärentes LLM-Problem. Fehlerhafte Produktinfos, diskriminierende HR-Entscheidungen oder falsche Finanzempfehlungen schaffen Haftungsrisiken.

Lösung: Human-in-the-Loop für kritische Entscheidungen, klare Disclaimer, umfassende Logging-Systeme und diskriminierungsfreie Guardrails (Leitplanken).

4. Arbeitsplatzverdrängung

Automatisierung bedeutet weniger Bedarf an Mitarbeitenden in bestimmten Rollen. Die Rollen sind zudem neu zu definieren.

Lösung: Verantwortungsvolle Unternehmen setzen auf Umschulung statt Entlassung und involvieren Mitarbeitende beim Agent-Design.

Fazit: Strategischer Wettbewerbsvorteil mit Verantwortung

KI-Agenten für Unternehmen sind 2026 Business-Realität. Die Technologie ist ausgereift, die Plattformen zugänglich, die Business Cases überzeugend. Der Einstieg muss nicht komplex sein. Du kannst mit einem klar definierten Use Case starten und durch praktische Erfahrung lernen.

Gleichzeitig erfordert der Einsatz strategisches Abwägen: Energieverbrauch, Datensouveränität und soziale Verantwortung müssen proaktiv adressiert werden.

Unternehmen, die KI-Agenten verantwortungsvoll implementieren, bauen robustere Systeme auf und sichern sich nachhaltigen Wettbewerbsvorsprung.

Die Frage ist nicht mehr "ob", sondern "wann" und "wie schnell" dein Unternehmen KI-Agenten implementiert!

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Fragen unserer Leser*innen

Den einen besten KI-Agenten gibt es nicht. Entscheidend ist, welcher Agent am besten zu deinem konkreten Use Case passt – ob ein einfacher Agent zur Lead-Qualifizierung oder ein komplexer Agent, der Code prüft und direkt in Entwicklerprozesse eingreift.

Ein Beispiel ist ein KI-Agent in der Logistik: Statt nur einen Sendungsstatus auszugeben, prüft er eigenständig Lieferverzögerungen, kontaktiert den Logistikpartner und schlägt dem Kunden Lösungen vor. Genau darin unterscheidet er sich von einem klassischen Chatbot, der meist nur reagiert.

Du kannst KI-Agenten für repetitive, klar definierte und datengetriebene Prozesse nutzen. Zum Beispiel im Kundenservice, Recruiting, Vertrieb oder IT-Support. Empfehlenswert ist, mit einem klaren Use Case zu starten, den Agenten zu testen und dann schrittweise mit Monitoring und Eskalationsregeln auszurollen.

Voraussichtlich werden KI-Agenten nicht einfach wieder abgeschafft. Vielmehr werden sie sich weiterentwickeln und sich dauerhaft in Unternehmenssoftware etablieren. Darauf deuten auch Einschätzungen von Gartner, KPMG und McKinsey hin, die von einer wachsenden Bedeutung agentischer KI ausgehen.

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